Magen: Neues zum Helicobacter pylori –Einsatz von Bismutsalicylat

Anlässlich einer Magenspiegelung wird routinemäßig die Anwesenheit des Helicobacter pylori geprüft. Seither ist durch rechtzeitige Therapie die Zahl der erforderlichen Magenoperationen signifikant zurück gegangen. Bislang genügte im Allgemeinen eine siebentägige Antibiotikabehandlung (sog. Eradikation). Mittlerweile erweist sich der Magenkeim mehr und mehr resistent gegenüber dem in Österreich am häufigsten verwendeten Antibiotikum Clarithromycin. Somit ergibt sich die Notwendigkeit, entweder die Behandlungszeit von 7 auf 10 Tage zu erhöhen oder andere Antibiotika zu verwenden. Die in den meisten Ländern Europas propagierte Kombination von Antibiotikum (Tetrazyclin) und Wismutsalz scheitert bedauerlicherweise in Österreich an der Tatsache, dass Bismutsalicylat vor Jahren bereits bedauerlicherweise vom Markt genommen und somit nicht mehr verfügbar ist.

In unserer Ordination wird jedoch seit Jahren alternativ die Eradikationmit basischem Bismutsalizylat angeboten, das in 200 mg Kapseln durch eine Bozener Apotheke für uns hergestellt und geliefert wird. Die Tetracyclin-Bismutum Behandlung des Helicobacter pylori ist entsprechend der sog. Maastricht III-Guidelines ich vielen europäischen Ländern sogar Primärtherapie.

Neuerdings ist in Österreich ein Kombinationspräparat namens Pylera erhältlich, wird jedoch nur selten eingesetzt, weil noch nicht verschreibungsfähig.

FAZIT: Die Eradikation (Therapie) des Helicobacter pylori mit einem Tetracyclin-Wismut Präparat ist derzeit gegenüber der in Österreich noch üblichen Behandlung mit Clarithromycin wegen höherer Therapiesicherheit vorzuziehen.

(Quelle: Mégraud F.: Current recommendations for Helicobacter pylori therapies in a world of revolving resistance; Eigenbericht)